Franziskusweg
Unterwegs mit dem Hl. Franziskus
Unter dem Präses Oliver Paulus wurde am 15. Juni 1709 im Kloster zu Diekirch der 30 Jahre alte «hervorragende Novize. Paul Courtz (Kurtz) aus Bayern im Beisein des versammelten Kapitels als Laienbruder des Franziskanerklosters eingekleidet. Aus einem im Regierungsarchiv aufbewahrten Dokument geht hervor, dass dieser Bruder Courtz sehr erfahren in der Kunst der Holzschnitzerei war. Er gesellte etliche Drechsler und Schreiner zu sich und machte mit ihnen während der Zeit seines Noviziates den Hauptaltar der Klosterkirche, der heute noch der Pfarrkirche von Medernach zur grössten Zierde gereicht. Am 8. Januar 1813, bot Anton Laeis das Kloster samt den darin befindlichen Möbeln der Diekircher Kirchenfabrik an für eine Summe, welche durch Vertrauensmänner bestimmt werden sollte. Da die Kirchenfabrik aber zur Abschliessung des Handels keine Neigung zeigte, so veräusserte Laeis gelegentlich die einzelnen Gegenstände und Möbel. Auf diese Art kamen der Hochaltar und die Kanzel nach Medernach. 1. Die Kanzel. Wie der Hauptaltar. so ist auch die Kanzel (heute in der Pfarrkirche zu Medernach) ein Glanzstück des Barocks. Ein kunstvoller Schalldeckel rundet sich über ihr zum mächtigen Dache. Zwischen Schalldeckel und eigentlicher Kanzel ist an der Mauer ein grosses Wappenschild aufgehängt. (Es Ist urkundlich festgelegt, dass der Diekircher Guardian D. Kuborn (1716) durch seine eifrigen Bemühungen und die hochherzige Freigebigkeit der Gräfin von Elter, der weltlichen Herrin in Vogelsange, Tiercelet, Merche, Remich usw. die Kanzel für seine Kirche erlangte und dass das väterliche Wappen der Edelfrau deutlich sichtbar darin angebracht ist. Auf den Feldern der Kanzelbrüstung prangen drei scharf wie Bronzegüsse herausgearbeitete Reliefbrustbilder, deren Rahmen Miniaturpilaster bilden. Unten läuft der Aufbau der einheitlich geschlossenen Anlage des Predigtstuhls in eine Riesentraube aus. 1. Die Chorstühle. In der Medernacher Pfarrkirche 'befinden sich die ebenfalls erwähnenswerten Chorstühle. Zwar fallen sie nicht. wie der Hauptaltar. durch wucherndes Schnitzgeflecht in die Augen; allein auch in ihrer edlen Einfachheit bewähren sie sich als eine streng stilisierte Kunstschöpfung. Das gesamte Medernacher Chorgestühl bildete wohl ursprünglich in der Diekircher Franziskanerkirche eine einzige, fortlaufende Stallenreihe, die aus naheliegenden Gründen erst bei ihrer Verwendung in Medernach in zwei Hälften zerlegt wurde. In auffallend unsymmetrischer Weise besitzt nämlich jetzt auf jeder Seite des Chores das betreffende Täfelwerk oben bloss an einem seiner beiden Enden ein geschnitztes Eckstück. 1. Das Barochportal. Auch das Barockportal der Medernacher Pfarrkirche stammt aus dem Diekircher Franziskanerkloster. Das Portal ist mit Eichenlaubzweigen, Eicheln, Sonnenblumen, Eichenlaubgirlande und meisterhaft zum weiten Rund geschlungenen  Planzenranken, kurzum, mit einer Hochreliefschnitzerei von derart kräftiger Technik und Formvollendeter Klarheit überwoben, dass laut Aeusserung von Kunst- und Fachkennern, nach dem Portale der Luxemburger Kathedrale, archäologisch eine schönere Kirchtüre weit und breit nicht aufzufinden ist. Bemerkenswert ist, dass die Gemeinde Medernach das doppelflügelige Portal, den Predigtstuhl, die Stallen (Chorstühle) und den Hauptaltar zum Spottpreise von insgesamt 1100 Franken erwarb.

Medernach

Franziskusweg
Unterwegs mit dem Hl. Franziskus
Unter dem Präses Oliver Paulus wurde am 15. Juni 1709 im Kloster zu Diekirch der 30 Jahre alte «hervorragende Novize. Paul Courtz (Kurtz) aus Bayern im Beisein des versammelten Kapitels als Laienbruder des Franziskanerklosters eingekleidet. Aus einem im Regierungsarchiv aufbewahrten Dokument geht hervor, dass dieser Bruder Courtz sehr erfahren in der Kunst der Holzschnitzerei war. Er gesellte etliche Drechsler und Schreiner zu sich und machte mit ihnen während der Zeit seines Noviziates den Hauptaltar der Klosterkirche, der heute noch der Pfarrkirche von Medernach zur grössten Zierde gereicht. Am 8. Januar 1813, bot Anton Laeis das Kloster samt den darin befindlichen Möbeln der Diekircher Kirchenfabrik an für eine Summe, welche durch Vertrauensmänner bestimmt werden sollte. Da die Kirchenfabrik aber zur Abschliessung des Handels keine Neigung zeigte, so veräusserte Laeis gelegentlich die einzelnen Gegenstände und Möbel. Auf diese Art kamen der Hochaltar und die Kanzel nach Medernach. 1. Die Kanzel. Wie der Hauptaltar. so ist auch die Kanzel (heute in der Pfarrkirche zu Medernach) ein Glanzstück des Barocks. Ein kunstvoller Schalldeckel rundet sich über ihr zum mächtigen Dache. Zwischen Schalldeckel und eigentlicher Kanzel ist an der Mauer ein grosses Wappenschild aufgehängt. (Es Ist urkundlich festgelegt, dass der Diekircher Guardian D. Kuborn (1716) durch seine eifrigen Bemühungen und die hochherzige Freigebigkeit der Gräfin von Elter, der weltlichen Herrin in Vogelsange, Tiercelet, Merche, Remich usw. die Kanzel für seine Kirche erlangte und dass das väterliche Wappen der Edelfrau deutlich sichtbar darin angebracht ist. Auf den Feldern der Kanzelbrüstung prangen drei scharf wie Bronzegüsse herausgearbeitete Reliefbrustbilder, deren Rahmen Miniaturpilaster bilden. Unten läuft der Aufbau der einheitlich geschlossenen Anlage des Predigtstuhls in eine Riesentraube aus. 1. Die Chorstühle. In der Medernacher Pfarrkirche 'befinden sich die ebenfalls erwähnenswerten Chorstühle. Zwar fallen sie nicht. wie der Hauptaltar. durch wucherndes Schnitzgeflecht in die Augen; allein auch in ihrer edlen Einfachheit bewähren sie sich als eine streng stilisierte Kunstschöpfung. Das gesamte Medernacher Chorgestühl bildete wohl ursprünglich in der Diekircher Franziskanerkirche eine einzige, fortlaufende Stallenreihe, die aus naheliegenden Gründen erst bei ihrer Verwendung in Medernach in zwei Hälften zerlegt wurde. In auffallend unsymmetrischer Weise besitzt nämlich jetzt auf jeder Seite des Chores das betreffende Täfelwerk oben bloss an einem seiner beiden Enden ein geschnitztes Eckstück. 1. Das Barochportal. Auch das Barockportal der Medernacher Pfarrkirche stammt aus dem Diekircher Franziskanerkloster. Das Portal ist mit Eichenlaubzweigen, Eicheln, Sonnenblumen, Eichenlaubgirlande und meisterhaft zum weiten Rund geschlungenen  Planzenranken, kurzum, mit einer Hochreliefschnitzerei von derart kräftiger Technik und Formvollendeter Klarheit überwoben, dass laut Aeusserung von Kunst- und Fachkennern, nach dem Portale der Luxemburger Kathedrale, archäologisch eine schönere Kirchtüre weit und breit nicht aufzufinden ist. Bemerkenswert ist, dass die Gemeinde Medernach das doppelflügelige Portal, den Predigtstuhl, die Stallen (Chorstühle) und den Hauptaltar zum Spottpreise von insgesamt 1100 Franken erwarb.

Medernach

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Unterwegs mit dem Hl. Franziskus
Unter dem Präses Oliver Paulus wurde am 15. Juni 1709 im Kloster zu Diekirch der 30 Jahre alte «hervorragende Novize. Paul Courtz (Kurtz) aus Bayern im Beisein des versammelten Kapitels als Laienbruder des Franziskanerklosters eingekleidet. Aus einem im Regierungsarchiv aufbewahrten Dokument geht hervor, dass dieser Bruder Courtz sehr erfahren in der Kunst der Holzschnitzerei war. Er gesellte etliche Drechsler und Schreiner zu sich und machte mit ihnen während der Zeit seines Noviziates den Hauptaltar der Klosterkirche, der heute noch der Pfarrkirche von Medernach zur grössten Zierde gereicht. Am 8. Januar 1813, bot Anton Laeis das Kloster samt den darin befindlichen Möbeln der Diekircher Kirchenfabrik an für eine Summe, welche durch Vertrauensmänner bestimmt werden sollte. Da die Kirchenfabrik aber zur Abschliessung des Handels keine Neigung zeigte, so veräusserte Laeis gelegentlich die einzelnen Gegenstände und Möbel. Auf diese Art kamen der Hochaltar und die Kanzel nach Medernach. 1. Die Kanzel. Wie der Hauptaltar. so ist auch die Kanzel (heute in der Pfarrkirche zu Medernach) ein Glanzstück des Barocks. Ein kunstvoller Schalldeckel rundet sich über ihr zum mächtigen Dache. Zwischen Schalldeckel und eigentlicher Kanzel ist an der Mauer ein grosses Wappenschild aufgehängt. (Es Ist urkundlich festgelegt, dass der Diekircher Guardian D. Kuborn (1716) durch seine eifrigen Bemühungen und die hochherzige Freigebigkeit der Gräfin von Elter, der weltlichen Herrin in Vogelsange, Tiercelet, Merche, Remich usw. die Kanzel für seine Kirche erlangte und dass das väterliche Wappen der Edelfrau deutlich sichtbar darin angebracht ist. Auf den Feldern der Kanzelbrüstung prangen drei scharf wie Bronzegüsse herausgearbeitete Reliefbrustbilder, deren Rahmen Miniaturpilaster bilden. Unten läuft der Aufbau der einheitlich geschlossenen Anlage des Predigtstuhls in eine Riesentraube aus. 1. Die Chorstühle. In der Medernacher Pfarrkirche 'befinden sich die ebenfalls erwähnenswerten Chorstühle. Zwar fallen sie nicht. wie der Hauptaltar. durch wucherndes Schnitzgeflecht in die Augen; allein auch in ihrer edlen Einfachheit bewähren sie sich als eine streng stilisierte Kunstschöpfung. Das gesamte Medernacher Chorgestühl bildete wohl ursprünglich in der Diekircher Franziskanerkirche eine einzige, fortlaufende Stallenreihe, die aus naheliegenden Gründen erst bei ihrer Verwendung in Medernach in zwei Hälften zerlegt wurde. In auffallend unsymmetrischer Weise besitzt nämlich jetzt auf jeder Seite des Chores das betreffende Täfelwerk oben bloss an einem seiner beiden Enden ein geschnitztes Eckstück. 1. Das Barochportal. Auch das Barockportal der Medernacher Pfarrkirche stammt aus dem Diekircher Franziskanerkloster. Das Portal ist mit Eichenlaubzweigen, Eicheln, Sonnenblumen, Eichenlaubgirlande und meisterhaft zum weiten Rund geschlungenen  Planzenranken, kurzum, mit einer Hochreliefschnitzerei von derart kräftiger Technik und Formvollendeter Klarheit überwoben, dass laut Aeusserung von Kunst- und Fachkennern, nach dem Portale der Luxemburger Kathedrale, archäologisch eine schönere Kirchtüre weit und breit nicht aufzufinden ist. Bemerkenswert ist, dass die Gemeinde Medernach das doppelflügelige Portal, den Predigtstuhl, die Stallen (Chorstühle) und den Hauptaltar zum Spottpreise von insgesamt 1100 Franken erwarb.
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